Piczo

Log in!
Stay Signed In
Do you want to access your site more quickly on this computer? Check this box, and your username and password will be remembered for two weeks. Click logout to turn this off.

Stay Safe
Do not check this box if you are using a public computer. You don't want anyone seeing your personal info or messing with your site.
Ok, I got it
Zurück zur Startseite
Axel
Axels Geschichte,
begann damit, daß ich gebeten wurde, einen blinden Kater für 5 Tage aufzunehmen und dann nach Hannover zu fahren. Kein Problem, weit gefehlt......


Axels Pflege hat mir doch einige Probleme bereitet.
Weiss auch jetzt kaum, wohin mit meinen Gedanken und Gefühlen....
Eigentlich sollte er letzten Samstag von uns nach Hannover gebracht werden. Es war meiner Tierärztin und auch mir nicht möglich, diesen kranken Kater 4 - 5 Stunden im Auto zu transportieren. Er war zu krank.
Laufen konnte er nicht mehr, Kot hatte er 3 Tage nicht abgestzt, Eiter schoss aus dem rechten Nasenloch. Ich sprach mit seiner neuen Dosi, die mich nicht verstand.......die Tierärztin, eines fernen Landes, hatte doch gesagt, er sei transportfähig. Sie verstand irgendwie nichts, wollte für alle Kosten aufkommen und sie freue sich doch auf Axel.
Geld war mir scheissegal und die Pflege machte mir nichts aus. Er sollte frische Rinderleber bekommen, Hühnersuppe, damit er trinkt, Wasser mochte er nicht. Milchzucker zu jeder Mahlzeit. Alle 2 Tage bekam er eine Infusion, AB, eine Aufbauspritze und ein Mittel um die Darmperestaltik anzukurbeln. Es nutze wohl alles nichts, Axel gings immer schlechter.
Mittwoch wäre der Tag gewesen, an dem ich ihn nach Hause hätte gehen lassen, aber Axel war nicht MEINER, er war nur geliehen, eigentlich nur für 5 Tage.
Aber mit der neuen Dosi und der Tierärztin des fernen Landes war nicht zu sprechen.
Diese Tierärztin erklärte mir doch, daß Axel bei ihr schon mal 10 Tage keinen Kot abgesetzt hatte, sei alles nicht so schlimm, er würde sich schon wieder berappeln.
Donnerstag Morgen wars dann soweit, wir fuhren Axel nach Hannover. Unterwegs schoss wieder dicker grüner Eiter aus seiner Nase, er lag angestrengt auf den Vorderfüssen. Mir wurde übel, bis zum Kotzen und Durchfall meldete sich an, nicht wegen des Eiters, sondern meine Nerven machten nicht mehr mit. Warum musste ich ein sterbendes Tier 5 Stunden fahren?
Diese Frage beantwortete sich selbst....
Es war fürchterlich, diese arme Würmchen 5 Stunden, Stau hatten wir auch, durch die Gegend zufahren. Immer in der Hoffnung, Axel noch lebend bei dieser Tuse abzugeben. Als sie ihn sah, kam nur: ist der niedlich. Ich hätte ihr am Liebsten eine auf die Schnauze gehauen. Ich hatte ihr vorher alles erzählt und geschrieben und sie verkannte die Situation so völlig....Sie stellte die Box seelenruhig in denn Flur und erklärte mir, sie gehe jetzt noch mit ihm zur Klinik. Ich habs ihr fast verboten. Die 5 Stunden waren so anstrengend für ihn, er musste doch erstmal aus der Box, sich ausruhen. Nahm sie ihn raus und setzte ihn ins Klo, vergass iihn dort wieder 10 Minuten. Sie machte ihm Futter, setzte dieses komplett unter Wasser, schmeckte ihm nicht. Na ja, wollte sie dann später neues machen. Sie müsse ja noch weg. Ich wollte dort nur noch weg. Axel habe ich dann noch aus sein Kissen, hatte ich ihm mitgenommen, gelegt, ihn geküsst und bin raus.
Die Verantwortung bin ich los und die Neue weiss gar nicht, was das ist...trau mich gar nicht zu fragen, wie es ihm geht, ob er überhaupt noch lebt...
Ich weiss es bis jetzt nicht, obwohl die Tuse mir Bescheid geben wollte heute.
Axel war 10 Tage hier. Ich liebe ihn, vermisse ihn. Habe ich ihm alles gesagt.
Man hatte mich mit Axel betrogen, aber sowas von.......es wurde doch nur gefragt, ob wir eine blinde Katze ein paar Tage aufnehmen und dann nach Hannover fahren. Ich wusste nicht, daß ein totkrankes, behindertes Tier hier ankommt, das dann noch zu jemanden soll, der einfach nur doof ist.
Hätte ich Axel den weiten Weg ersparen können, hätte ich das gern getan, aber dann hätte man mir womöglich unterstellt, eine Katze ermordet zu haben.
Ich werde nie mehr ein Tier aufnehmen, von dem ich nicht genau weiss, was mit ihm los ist. Seine gesamte Krankengeschichte kam erst nach und nach bei mir an. Ich hätte ihn doch genommen, aber unter anderen Voraussetzungen, in meine Verantwortung, mit Vertrauen

Ein bisschen hoffe ich, Axel ist eingeschlafen und ein bisschen hoffe ich, die Tierärztin des fernen Landes hat recht und er berappelt sich wieder, glaube ich aber nicht wirklich. Ich durfte ihn doch kennen lernen......
Ich weiss nicht und will auch nicht wissen.
Egal, wo er gerade ist wünsche ich ihm ein schönes Leben.

Das ist ein Teil der Mail die ich heute Morgen bekam

"Eigentlich wollte ich euch früher schreiben, aber ich konnte nicht.Leider habe ich keine guten Nachrichten.

Ich war ja am Donnerstag mit Axel noch in der Klinik. Dort haben sie festgestellt, dass sein Unterkiefer immer noch gebrochen war (Symphysenfraktur)*.Als Nebenbefund hatte Axel eine Zahnfleischentzündung und Zahnstein (deswegen roch er auch so aus dem Maul ). Zusätzlich wurde er geröngt, aber bis auf die Verstopfung war nichts auffällig. Die Organwerte waren bei der Blutuntersuchung auch in Ordnung.Axel hatte lediglich zuviele weiße Blutkörperchen und ein zu hohes Gesamteiweiß.Danach habe ich die Augenspezialistin gebeten, ihn mal anzuschauen. Bei beiden Augen war im hinteren Teil der Augapfel kaputt (Bulbusruptur) und die Netzhaut abgelöst.Außerdem hatte er im rechten Auge eine Entzündung der vorderen Augenkammer (Uveitis) und eine Läsion der Hornhaut ( Corneaulcus ), da er sein Auge nicht genügend benetzen bzw. blinzeln konnte, weil er auf dieser Seite auch eine Gesichtsnervenlähmung hatte. Da eine Bulbusruptur sehr schmerzhaft ist, wurde mir geraten, seine Augen rausnehmen zu lassen, denn blind war er sowieso. Also habe ich für Freitag einen OP-Termin gemacht, bei dem sein Unterkiefer mit einem Draht ( Cerclage ) stabilisiert und seine Augen entfernt werden sollten. Axel hat nochmal einen Einlauf,ein Antibiotikum ( Synolox) und ein Schmerzmittel ( Rimadyl ) bekommen. Die Infusion habe ich dann mitgenommen und ihm zuhause gegeben. Hier bei uns, hat er sich fleißig den Bauch kraulen lassen, sich geputzt und ist nachts noch etwas in meinem Zimmer herumspaziert. Ich war ganz begeistert, dass er zum Pischen gleich das Klo gefunden hat. Generell hatte ich den Eindruck, dass es ihm nach der Infusion und dem Schlafen schon besser ging.Am Freitag hatte ich dann abgeklärt, dass ich nicht arbeiten mußte, sondern bei Axel bleiben konnte. Wegen der Gesichtsnervenproblematik wurde vor der OP noch eine neurologische Untersuchung gemacht. Dabei wurde festgestellt,dass Axel eine Lähmung von 2 Ästen des Trigeminus-Nerven ( Gehirnnerv ) hatte. Außerdem hat der Schmerzen in der Lendenwirbelsäule gezeigt, da diese aber im Röntgenbild unauffällig war, sollte sein Gehirnwasser untersucht werden, um eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems auszuschließen. Als er dann für die OP in Narkose lag, wurde vorher noch etwas Gehirnwasser entnommen. Die Operation ist auch gut verlaufen, aber dann kam das Ergebnis der Hirnwasseruntersuchung.Er hatte eine starke Gehirn- und Hirnhautentzündung. Aufgrund dieser Tatsache und der anderen Befunde deutete alles auf eine Gehirnform der FIP ( Feline Infektiöse Peritonitis) hin. Ich habe mich dann ganz geschockt mit mehreren Neurologen, darunter auch die Leiterin unterhalten und sie haben mir alle geraten ihn zu erlösen."


Ich wollte Axel am Mittwoch gehen lassen. Ich war feige......
hatte Angst vor einer Auseinandersetzung mit fremden Menschen....
Die Fachausdrücke wusste ich nicht, nur daß Axel nicht mehr leben konnte........
Sollte ich nochmal vor so einer Entscheidung stehen, werde ich diese FÜR
die Katze treffen, werde keine Angst mehr haben.

Axel starb am 21. Juli 2007
Geliebter, gutmütiger Schatz,
verzeih mir, daß ich Dich noch habe leiden lassen.